Ein Meeting-Assistent, der jedes Wort mitschreibt, ohne dass die Aufnahme irgendeine Cloud sieht: Genau das verspricht Meetily. Die Alternative zu Otter.ai, Fireflies.ai oder Fathom kostet nichts, läuft komplett auf deinem eigenen Rechner und ist quelloffen. Dieser Guide zeigt, was Meetily wirklich kann, wo es an eigene Whisper-Setups anschließt, und wo Cloud-Tools trotzdem noch die bessere Wahl sind.
- Meetily von GitHub herunterladen (macOS oder Windows)
- Transkriptionsmodell (Parakeet v3) beim ersten Start automatisch installieren lassen
- Mikrofon- und Systemton-Zugriff erlauben, Aufnahme starten
Inhaltsverzeichnis
Was ist Meetily und wie funktioniert die lokale Transkription?
Meetily ist ein Open-Source-Meeting-Assistent unter MIT-Lizenz, entwickelt von Zackriya Solutions. Die Software zeichnet Mikrofon und Systemton gleichzeitig auf, das funktioniert deshalb mit jedem Videocall-Tool, egal ob Zoom, Google Meet oder Microsoft Teams. Für die Transkription stehen zwei lokale Engines zur Wahl: Nvidia Parakeet v3, das die Einrichtung standardmäßig als Erstes herunterlädt, und OpenAI Whisper als wählbare Alternative in den Einstellungen, dort als „Recommended“ markiert. Whisper selbst gibt es in fünf Größen zum Download, von „Small“ (466 MB, moderate Geschwindigkeit) über „Medium“ (514 MB, als Standard vorausgewählt) bis zu „Large V3“ (3 GB, langsamer, aber am genauesten), dazwischen liegen „Large V3 Compressed“ (1 GB) und „Large V3 Turbo“ (1,5 GB, schnell und genau zugleich). Für die Zusammenfassung lädt Meetily automatisch ein eigenes lokales Modell herunter, aktuell Qwen 3.5 4B, keine separate Ollama-Installation nötig. Wer stattdessen ein Cloud-Modell für die Zusammenfassung nutzen will, kann über einen eigenen API-Key (BYOK) auf Claude, Groq oder OpenRouter zugreifen.
Für den Einstieg reichen 8 GB RAM, ein Vierkern-Prozessor und 10 GB freier Speicher. Flüssiger läuft es mit 16 GB RAM, einem Achtkern-Prozessor und einer SSD. Native Apps gibt es für macOS und Windows, unter Linux läuft Meetily aktuell nur über einen selbst gebauten Build aus dem Quellcode oder per Docker, eine native Linux-App steht laut Projekt-Roadmap noch aus.
Auf GitHub hat das Projekt über 28.900 Sterne und mehr als 369.000 Downloads gesammelt, eine der aktivsten Communities im Bereich lokaler Meeting-Tools.
Wie schneidet Meetily im Vergleich zum eigenen Whisper-Setup ab?
Bevor es Meetily gab, habe ich Meetings über mehrere Monate hinweg mit einem eigenen whisper.cpp-Setup transkribiert: ein deutsches Modell (ggml-large-v3-turbo-german-fp16.bin) kombiniert mit Silero VAD zur Sprachaktivitätserkennung. In dieser Zeit sind rund 100 lokal transkribierte Dateien zusammengekommen, alle offline, ohne dass eine einzige Aufnahme das eigene Netzwerk verlassen hat. Für diesen Artikel habe ich zusätzlich die kostenpflichtige Pro-Lizenz von Meetily aktiviert, unter anderem um die Sprecher-Erkennung im Beta-Stadium selbst auszuprobieren, die Screenshots in diesem Artikel stammen direkt aus dieser Pro-Oberfläche.
Der Unterschied zu Meetily ist vor allem der Komfort. Beim eigenen Whisper-Setup wählst du Modell, Quantisierung und VAD-Einstellungen selbst, das kostet Einarbeitungszeit, liefert aber maximale Kontrolle. Meetily nimmt dir diese Entscheidungen ab, bringt eine fertige Oberfläche mit Aufnahme-Button, automatischer Zusammenfassung und sechs eingebauten Vorlagen mit. Wer bereits ein funktionierendes Whisper-Setup hat, spart durch den Umstieg vor allem Einrichtungszeit. Das reine Transkriptionsmodell bleibt ja dasselbe, an der Genauigkeit ändert sich also nichts.
- Volle Kontrolle über Modell und Quantisierung
- Keine Abhängigkeit von einem einzelnen Projekt
- Lässt sich in eigene Skripte/Automatisierungen einbauen
- Technisches Setup nötig, keine fertige Oberfläche
- Zusammenfassung musst du selbst anbinden
- Keine automatische Systemton-Erfassung out of the box
Was kann Meetily noch nicht?
Meetily hat noch echte Lücken. In der kostenlosen Community Edition gibt es keine Sprecher-Erkennung, der Transkript-Text zeigt also nicht, wer welchen Satz gesagt hat. Im Pro-Plan lässt sie sich als Beta-Feature aktivieren: Meetily erkennt automatisch, wie viele verschiedene Stimmen in der Aufnahme vorkommen, danach hörst du dir kurze Ausschnitte an und ordnest jeder Stimme selbst einen Namen zu. Die Namen erscheinen dadurch erst nachträglich, als separater Zuordnungsschritt nach der Aufnahme. Auch Kalender-Integration und ein Chat-Feature über die eigenen Notizen stehen bei Meetily noch auf der Roadmap, nicht im aktuellen Funktionsumfang. Praktisch als Pro-Zugabe: eine automatische Erkennung, wenn eine Meeting-App gerade das Mikrofon nutzt, dann startet Meetily die Aufnahme von selbst.
Otter.ai auf Deutsch: Lohnt sich die Cloud-Alternative?
Otter.ai ist eines der bekanntesten Cloud-Tools für Meeting-Notizen, unterstützt aber nur Englisch, Spanisch und Französisch. Die Bedienoberfläche, die automatischen Zusammenfassungen und der eingebaute KI-Chat laufen komplett auf Englisch, deutsche Aufgaben und Entscheidungen erkennt die KI oft gar nicht zuverlässig. Wer auf Deutsch arbeitet, bekommt von Otter.ai also nur eine halbe Lösung. Ein Pluspunkt bleibt die Sprecher-Erkennung: Sie ist schon im kostenlosen Plan enthalten, erkennt unbekannte Stimmen automatisch als „Speaker 1, 2, 3“ und lernt Namen nach einmaligem Tagging für künftige Meetings dazu, ganz ohne Aufpreis.
Preislich liegt der kostenlose Plan bei 300 Transkriptionsminuten pro Monat, mit einer Kappung von 30 Minuten je Gespräch. Der Pro-Plan kostet 16,99 $ im Monat, bei Jahresabrechnung 8,33 $. Business kostet 30 $ im Monat, bei Jahresabrechnung 19,99 $. Dazu kommt: Otter.ai verarbeitet die Daten auf US-Servern, für Meetings mit sensiblen Kundendaten ein zusätzlicher Punkt gegen die Cloud-Lösung. Meldest du dich über diesen Link an, bekommst du einen Monat Pro Lite gratis.
* Dieser Abschnitt enthält einen Affiliate-Link (1 Monat Pro Lite gratis für dich und deine eingeladene Person). Unsere Einschätzung des Tools ist davon unabhängig.
Sind Fireflies.ai und Fathom die bessere Cloud-Wahl?
Fireflies.ai bietet einen kostenlosen Einstieg mit unbegrenzter Transkription, allerdings gedeckelt auf 400 Speicherminuten pro Team und 20 KI-Credits für Zusatzfunktionen wie Zusammenfassungen. Der Pro-Plan kostet 10 $ pro Nutzer und Monat bei Jahresabrechnung (18 $ monatlich), Business 19 $ (29 $ monatlich), Enterprise 39 $.
Fathom erlaubt im Free-Plan unbegrenzte Aufnahmen, aber nur 5 KI-Zusammenfassungen pro Monat. Premium kostet 20 $ im Monat (16 $ bei Jahresabrechnung), Team ab zwei Nutzern 19 $ (15 $ jährlich), Business 34 $ (25 $ jährlich). Über diesen Einladungslink bekommst du einen Monat Premium gratis. Beide Tools unterstützen mehr Sprachen als Otter.ai, bleiben aber Cloud-Lösungen mit denselben Datenschutzfragen.
Welches Tool passt zu dir?
| Tool | Preis | Datenverarbeitung | Sprecher-Erkennung | Deutsch |
|---|---|---|---|---|
| Eigenes Whisper-Setup | Kostenlos | 100 % lokal | ✗ Selbst nachrüsten | ✓ |
| Meetily | Kostenlos / 10 $ pro Nutzer/Monat | 100 % lokal | Nur Pro (Beta), manuell | ✓ |
| OpenWhispr | Kostenlos / ab 6,67 $/Monat | 100 % lokal | ✓ Heute verfügbar | ✓ |
| Otter.ai | Kostenlos / ab 8,33 $/Monat | US-Cloud | ✓ | ✗ Nur UI-Erkennung |
| Fireflies.ai | Kostenlos / ab 10 $/Nutzer/Monat | US-Cloud | ✓ | ✓ |
| Fathom | Kostenlos / ab 16 $/Monat | US-Cloud | ✓ | ✓ |
Wie installierst du Meetily in 5 Schritten?
Fazit: Lohnt sich Meetily?
Für alle, die Meetings kostenlos und ohne Cloud transkribieren wollen und keine Sprecher-Erkennung brauchen, ist Meetily aktuell die unkomplizierteste Lösung. Wer Sprecher-Erkennung, Kalender-Sync oder Chat mit den eigenen Notizen will, findet das bei OpenWhispr schon heute, nicht erst auf der Roadmap. Wer dagegen ein Team mit mehreren Sprachen koordiniert und Cloud-Verarbeitung kein Ausschlusskriterium ist, fährt mit Fireflies.ai oder Fathom flexibler.
Wer bereits mit whisper.cpp oder einem anderen lokalen Whisper-Setup arbeitet, gewinnt durch den Umstieg auf Meetily vor allem Komfort und eine fertige Oberfläche. Für den Einstieg ohne eigenes Setup bleibt Meetily trotzdem die schnellste Option. Wer sich generell für lokale, DSGVO-freundliche KI-Modelle interessiert, findet im Vergleich zu Jan AI einen weiteren Einstiegspunkt ohne Cloud-Zwang.
Häufige Fragen zu Meetily
Ist Meetily wirklich kostenlos?
Die Community Edition ist dauerhaft kostenlos und deckt Aufnahme, Live-Transkription und KI-Zusammenfassungen mit sechs Vorlagen ab. Nur erweiterte Funktionen wie die Sprecher-Erkennung (Beta) liegen im kostenpflichtigen Pro-Plan (10 $ pro Nutzer im Monat, nur jährliche Abrechnung).
Funktioniert Meetily auf Deutsch?
Ja. Sowohl Nvidia Parakeet v3 als auch OpenAI Whisper, die beiden Transkriptions-Engines von Meetily, sind mehrsprachig trainiert und funktionieren auch auf Deutsch zuverlässig, anders als bei Otter.ai, das nur Englisch, Spanisch und Französisch unterstützt.
Ist Meetily DSGVO-konform?
Da die gesamte Verarbeitung lokal auf deinem Gerät läuft und keine Audiodaten in eine Cloud übertragen werden, entfällt das größte DSGVO-Risiko von vornherein. Mehr zur DSGVO-Einordnung lokaler KI-Tools liest du im Artikel n8n DSGVO-konform nutzen. Nutzt du BYOK für die Zusammenfassung mit einem Cloud-Modell, gilt das nur für den reinen Textteil, nicht für die Audioaufnahme.
Was ist der Unterschied zwischen Meetily und Otter.ai?
Meetily verarbeitet alles lokal und kostenlos, Otter.ai läuft in der Cloud und unterstützt kein Deutsch vollständig. Otter.ai bietet dafür Sprecher-Erkennung vollautomatisch und ohne Aufpreis, bei Meetily ist das ein Beta-Feature im kostenpflichtigen Pro-Plan mit manueller Zuordnung.
Erkennt Meetily verschiedene Sprecher?
In der kostenlosen Community Edition nicht. Im Pro-Plan gibt es die Sprecher-Erkennung als Beta-Feature, dabei erkennt Meetily automatisch die Anzahl der Stimmen, du hörst dir dann kurze Ausschnitte an und ordnest jede Stimme manuell einem Namen zu. Wer eine vollautomatische Zuordnung ohne diesen Zwischenschritt braucht, findet das eher bei OpenWhispr.