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Claude Code zu Codex wechseln: CLAUDE.md, MCP-Server und Berechtigungen umziehen

Du willst von Claude Code zu Codex wechseln, ohne dein ganzes Projekt-Setup neu aufzubauen? Seit Version 0.140 der Codex CLI gibt es dafür den Befehl /import. Er holt deine MCP-Server samt Zugangsdaten, Subagenten, Plugins und bis zu 30 Tage Chatverlauf nach OpenAIs Terminal-Agent. Deine CLAUDE.md wird dabei wortgleich zu einer AGENTS.md kopiert. Eigene Skills und Berechtigungseinstellungen bleiben Handarbeit. Diesen Ablauf habe ich am eigenen Setup durchgespielt, mit allen Zahlen.

Der häufigste Auslöser für den Gedanken ist ein neuer Modell-Launch. Anfang September 2026 kamen kurz hintereinander OpenAIs GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1 heraus, beide als neues Spitzenmodell beworben. Welches im Alltag besser passt, klären wir im direkten Vergleich von Claude und ChatGPT. Dieser Guide beantwortet die praktische Frage dahinter: Wie viel von deiner Konfiguration kannst du mitnehmen, wenn du dich umentscheidest?

Was solltest du vor dem Wechsel von Claude Code zu Codex wissen?

Schnellstart in vier Schritten
  1. Codex CLI installieren: npm install -g @openai/codex, dann codex login mit deinem ChatGPT-Konto (auch der kostenlose Plan reicht für lokale Aufgaben).
  2. Im Projektordner codex starten und /import tippen, Claude Code als Quelle wählen.
  3. Auswählen, was mitkommt: Instruktionen, MCP-Server, Subagenten, Plugins, Chats. Codex kopiert die CLAUDE.md wortgleich nach AGENTS.md und lässt den Text unverändert.
  4. /import ein zweites Mal laufen lassen, wenn Codex am Ende dazu auffordert, dann die AGENTS.md gegenlesen und Claude-spezifische Zeilen anpassen.
Hinweis zu diesem Guide: Die Zahlen und Screenshots stammen aus einem echten Umzug meines eigenen Setups: eine rund 10 KB große CLAUDE.md, sieben MCP-Server, ein eigener Prüf-Subagent, mehrere eigene Skills.

Für wen ist der Guide gedacht? Für Solo-Selbstständige und kleine Teams, die Claude Code im Alltag nutzen und Codex ernsthaft testen wollen. Vorweg das wichtigste Ergebnis: Der /import-Befehl nimmt dir das Neu-Eintragen der MCP-Server samt Zugangsdaten und den Chat-Verlauf ab. Deine CLAUDE.md landet als wortgleiche Kopie. Eigene Skills und Berechtigungseinstellungen richtest du danach von Hand ein.

Was ist der Unterschied zwischen CLAUDE.md und AGENTS.md?

AGENTS.md ist ein offener Standard für Projektanweisungen an KI-Coding-Agenten. Neben Codex lesen ihn auch Cursor, Jules, Amp, Factory und weitere Werkzeuge. Claude Code nutzt stattdessen CLAUDE.md. Codex liest deine CLAUDE.md nicht, es sei denn, du sagst es ihm ausdrücklich. Der Kern des Umzugs ist deshalb ein simples Kopieren. In meinem Test hat Codex die AGENTS.md Zeichen für Zeichen aus der CLAUDE.md übernommen und nichts umformuliert, auch nicht die Claude-spezifischen Stellen.

Codex sucht Anweisungen in dieser Reihenfolge: zuerst die globale ~/.codex/AGENTS.md, dann jede Ebene vom Git-Wurzelverzeichnis bis zum aktuellen Ordner. Alle gefundenen Dateien werden aneinandergehängt, die spezifischste zuletzt. Dateien näher am Arbeitsverzeichnis überschreiben also allgemeinere Vorgaben. Das Prinzip kennst du aus Claude Codes verschachtelten CLAUDE.md-Dateien. Nur der Dateiname ändert sich.

Die 32-KiB-Falle: Codex fasst alle Instruktionsdateien zu einem Block zusammen und kappt ihn bei 32 KiB (project_doc_max_bytes), ohne Warnung im Terminal oder Log. Bei einem großen, verschachtelten Setup fallen so Regeln aus dem Kontext, ohne dass du es merkst. Dazu gibt es mehrere offene GitHub-Issues.

Zwei Auswege gibt es. Du hebst das Limit in der config.toml an, etwa auf project_doc_max_bytes = 65536 für 64 KiB. Das kostet bei jedem Lauf Tokens. Oder du teilst die Anweisungen bewusst auf mehrere verschachtelte AGENTS.md auf, damit pro Ordner nur die wirklich relevante Anleitung geladen wird. Die deutschsprachige AGENTS.md-Referenz von Pexon Consulting empfiehlt zusätzlich, pro Konvention ein Codebeispiel statt drei Absätze Prosa zu schreiben. Agenten kopieren Muster zuverlässiger, als sie Beschreibungen interpretieren.

Bei meinem Umzug war die Grenze kein Thema. Die erzeugte AGENTS.md kam auf 9641 Bytes, weit unter 32 KiB, und war vollständig. Relevant wird die Marke erst bei sehr umfangreichen oder stark verschachtelten Regelwerken. Und wichtig: Zusammengefasst werden nur die Instruktionsdateien, also die AGENTS.md-Ebenen, keine beliebige Markdown-Datei im Projekt.

Trick, wenn du beide Dateien behalten willst: Setz in der config.toml den Wert project_doc_fallback_filenames = ["CLAUDE.md"]. Codex greift dann auf eine vorhandene CLAUDE.md zurück, wenn auf einer Ordnerebene keine AGENTS.md liegt. So liest Codex dein bestehendes Regelwerk, ohne dass du sofort jede Datei umbenennst.

Welches Claude-Code-Feature entspricht welchem in Codex?

Fast jedes Konzept aus Claude Code hat inzwischen ein Gegenstück in Codex. Nur der Ort und die Syntax der Konfiguration unterscheiden sich. Diese Tabelle ist der schnellste Weg, dein Setup gedanklich zu übersetzen.

Claude Code und Codex CLI: entsprechende Bausteine im Vergleich (Stand September 2026)
Claude CodeCodex CLIWas sich ändert
Projektregeln in CLAUDE.mdProjektregeln in AGENTS.mdNur der Dateiname, gleiche Aneinanderreihung von Wurzel zu Unterordner
Nutzer-Regeln in ~/.claude/CLAUDE.mdNutzer-Regeln in ~/.codex/AGENTS.mdGleiche Idee, globale Ebene über dem Projekt
settings.json mit Berechtigungs-Kaskadeconfig.toml plus .rules-DateiTOML statt JSON, Codex hat keine Entsprechung zur Kaskade, die Regeln kommen inhaltlich nicht an
Berechtigungs-Profile per settings.local.jsonProfile als eigene ~/.codex/name.config.tomlAktivierung per codex --profile name
MCP-Server in .mcp.json / settingsMCP-Server im Abschnitt [mcp_servers.*]Protokoll identisch, Server-Eintrag und Zugangsdaten kamen im Test mit
Skills als SKILL.mdSkills als SKILL.mdGleiches Format, in meinen Läufen aber nicht von /import übernommen
SubagentenSubagenten, mehrere parallelKonzept gleich, mein Prüf-Subagent kam beim Import sauber mit
Hooks über viele Lifecycle-EreignisseHooks über Lifecycle-EreignisseLaut Doku Teil des Imports, Codex deckt viele Ereignisse ab (PreToolUse, PostToolUse, SessionStart und weitere), das Format weicht ab
Plan-ModusPlan-ModusBeide zeigen vor dem Schreiben einen Plan zur Freigabe
Claude Code Cloudcodex cloud execKein Live-Streaming bei Codex, dafür Best-of-N-Läufe

Wie ziehst du dein Setup mit dem /import-Befehl um?

Der /import-Befehl ist der offiziell dokumentierte Weg. Er bringt dein Setup von Claude Code, dem Terminal-Agenten von Anthropic, in einem Durchlauf nach Codex. Deine bestehende Claude-Code-Installation bleibt dabei unangetastet.

1
Codex CLI installieren. npm install -g @openai/codex. Achte auf das @openai/ davor. Das unscoped-Paket codex auf npm ist ein fremdes Projekt aus dem Jahr 2012 und führt zu verwirrenden Fehlern. Alternativ geht brew install --cask codex oder das offizielle Installer-Skript curl -fsSL https://chatgpt.com/codex/install.sh | sh.
2
Anmelden. codex login öffnet den Browser-Login mit deinem ChatGPT-Konto. Das funktioniert auch mit dem kostenlosen Plan, dann allerdings mit dem kleinsten Kontingent, einem rollierenden Fünf-Stunden-Fenster plus Wochenlimit, und nur für lokale Aufgaben. Wer lieber pro Token zahlt, hinterlegt stattdessen einen OpenAI-API-Key.
Startbildschirm der Codex CLI Version 0.153.4 mit Modellangabe und dem Hinweis, dass Codex im ChatGPT-Plan enthalten ist
Codex nach dem Login. Der Hinweis „Codex is included in your plan for free“ bestätigt: auch der kostenlose Plan reicht für lokale Aufgaben.
3
Import starten, aus dem richtigen Ordner. Starte codex im Projektordner, in dem deine CLAUDE.md liegt, dann /import tippen und Claude Code auswählen. Startest du aus einem leeren Ordner, holt Codex nur die globalen Dinge (MCP-Server, Plugins, Chats) und lässt deine Projektregeln liegen. In der Codex-Desktop-App liegt der Ablauf unter Einstellungen und Import, dort kommt auch Claude Cowork als Quelle in Frage.
4
Ergebnis prüfen. Codex zeigt am Ende, was übernommen wurde, und schlägt vor, /import für Nachzügler noch einmal auszuführen. Danach liegt die AGENTS.md im Projektordner.
Codex-CLI: Auswahldialog 'Choose an import source' mit den Optionen Claude Code und Cursor
Der Import-Dialog. Als Quelle gibt es in der CLI Claude Code oder Cursor.

Mein Import im Detail: Jeder Lauf dauerte zwischen fünf und zehn Sekunden und meldete null Fehler. Wichtig war der Startordner. Mein erster Versuch lief aus einem leeren Ordner. Von dort kamen nur die globalen Dinge, ohne meine Projektregeln. Erst der Lauf aus dem echten Projektordner brachte alles.

Codex-Meldung 'Import finished: 54 imported, 0 failed' mit Aufschlüsselung nach Plugins, MCP servers und Chat sessions
Ergebnis meines ersten Laufs aus einem leeren Ordner. Plugin, vier MCP-Server und 49 Chats kamen. Projektregeln, Subagent und drei weitere MCP-Server folgten erst im Lauf aus dem Projektordner.

Übernommen wurde nach beiden Läufen:

Mein /import aus Claude Code nach Codex, Ergebnis
ElementErgebnis
InstruktionenAGENTS.md im Projektordner, 9641 Bytes, wortgleich zur CLAUDE.md
MCP-ServerAlle 7 im Abschnitt [mcp_servers.*] der config.toml, mit Zugangsdaten
SubagentenMein Prüf-Subagent kam mit
Plugins1 Plugin übernommen
Chatverlauf49 Sitzungen (letzte 30 Tage, in der CLI maximal 50)
Eigene SkillsIn meinen Läufen nicht aufgetaucht
Berechtigungen aus settings.jsonKamen inhaltlich nicht an

In meinen Läufen tauchten diese Kategorien auf: Instruktionen, MCP-Server, Subagenten, Plugins, Chats. Die Dokumentation nennt zusätzlich Skills und Hooks. Meine eigenen Skills kamen nicht mit, Hooks hatte ich keine. Meine Berechtigungsregeln aus settings.json kamen ebenfalls nicht an, was auch logisch ist: Codex hat keine direkte Entsprechung zu Claudes Berechtigungs-Kaskade. Die AGENTS.md selbst war eine exakte Kopie meiner CLAUDE.md, vollständig, nichts abgeschnitten. Auch die Claude-Code-spezifischen Regeln übernahm Codex unverändert, etwa Pfad-Vorgaben, die „Claude“ ansprechen, und Verweise auf meine Skill-Ordner. Die passt du danach selbst an.

Grenzen von /import: Der Import läuft nur in eine Richtung, von Claude Code nach Codex. Änderungen, die du danach in Codex machst, fließen nicht zurück. Der Befehl ist nicht verfügbar, während eine Aufgabe läuft, in einer Remote-Session oder bei Verbindung zu einem lokalen App-Server-Daemon. Laut Dokumentation können MCP-Server mit eigenen Headern oder besonderer Authentifizierung eine erneute Anmeldung brauchen. Bei meinen sieben Servern war das nicht nötig.

Kannst du direkt nach dem Import arbeiten? Fast. Deine Projektregeln greifen sofort, die AGENTS.md liegt im Ordner und Codex liest sie. Die MCP-Server sind mit Zugangsdaten da und funktionieren. Was fehlt, sind deine eigenen Skills und deine Berechtigungseinstellungen. Und ein Punkt, der leicht übersehen wird: Codex liest nur den Ordner, aus dem du es startest. Um mit deinen echten Projektdateien zu arbeiten, startest du codex im Projektordner, nicht in einem frischen Verzeichnis. Deine übrigen Markdown-Dateien, etwa ein Memory-Verzeichnis, hat der Import nicht angefasst. Die liegen unverändert im Projektordner und Codex kann sie lesen wie Claude Code. Es fehlt nur das automatische Einlesen beim Start. Wenn deine AGENTS.md eine Anweisung wie „lies zu Beginn die Datei X“ enthält, folgt Codex ihr trotzdem.

Wie leitest du AGENTS.md manuell aus CLAUDE.md ab?

Weil /import die Datei ohnehin nur wortgleich kopiert, ist der manuelle Weg für die reinen Instruktionen gleichwertig. Ein Kopierbefehl im Projektordner reicht.

cp CLAUDE.md AGENTS.md

Die eigentliche Arbeit kommt danach, bei beiden Wegen gleich: Claude-spezifische Anweisungen anpassen. In meiner Datei betraf das Pfad- und Verhaltensregeln, die wörtlich „Claude“ ansprechen, Verweise auf meine Skill-Ordner unter claude-skills/, die Namen eigener Slash-Commands und ein Konverter-Skript, das nur in meinem Claude-Setup existiert. Das ist kein großer Block, aber er steht verstreut über die ganze Datei.

Willst du CLAUDE.md und AGENTS.md dauerhaft synchron halten statt einmal zu kopieren, drehst du das Verhältnis um. AGENTS.md wird die eigentliche Quelle, CLAUDE.md bekommt nur eine Importzeile an den Anfang.

@AGENTS.md # Claude-spezifische Ergänzungen …

Claude Code löst die @-Zeile automatisch auf und liest den kompletten Inhalt von AGENTS.md mit, plus deine Claude-eigenen Ergänzungen darunter. Diese Importzeile reist mit dem Repository, greift also für jeden Claude-Code-Nutzer im Team.

Und die MCP-Server? Der /import-Befehl nimmt sie komplett mit, in den Abschnitt [mcp_servers.name] der config.toml. Bei meinen sieben Servern standen nach dem Import Befehl, Argumente und Zugangsdaten drin. Ich musste nichts nachtragen. Das Protokoll ist identisch zu Claude Code. Nur der Ort der Konfiguration ändert sich. Server mit eigener WebSocket- oder SSE-Anbindung oder besonderen Headern können laut Dokumentation eine erneute Anmeldung brauchen.

Wie funktionieren Berechtigungen und Sandbox in Codex?

Codex trennt zwei Einstellungen, die in Claude Codes settings.json vermischt sind. approval_policy regelt, wann Codex vor einem Befehl nachfragt. sandbox_mode regelt, was der Agent überhaupt anfassen darf.

Codex-Berechtigungswerte, nach Einstellung getrennt
EinstellungWertBedeutung
approval_policyon-requestNachfrage nur außerhalb der Sandbox, der übliche Kompromiss für interaktives Arbeiten und Code-Reviews
neverKeine Nachfragen, für nicht-interaktive Läufe und Skripte
sandbox_moderead-onlyLesen überall, keine Schreibzugriffe, kein Netzwerk
workspace-writeSchreiben nur innerhalb des Projektordners
danger-full-accessKeine Einschränkungen

Für den Alltag empfiehlt sich on-request zusammen mit workspace-write. Das reicht für flüssiges Arbeiten und zeigt dir trotzdem jeden Versuch, den Projektordner zu verlassen. Eine Minimal-config.toml sieht so aus:

model = „dein-standardmodell“ approval_policy = „on-request“ sandbox_mode = „workspace-write“
Achtung bei alten Anleitungen: Zwei Werte, die ältere Migrations-Texte noch zeigen, funktionieren nicht mehr. [profiles.name]-Tabellen direkt in der config.toml sind seit Version 0.134 abgekündigt, ein Profil ist heute eine eigene Datei ~/.codex/name.config.toml, aktiviert per codex --profile name. Und approval_policy = "untrusted" gibt es seit Version 0.149 nicht mehr, ein expliziter Eintrag wirft jetzt einen Fehler.

Für feinere Kontrolle gibt es die experimentellen .rules-Dateien im Ordner ~/.codex/rules/, das grobe Gegenstück zu Claude Codes settings.local.json. Sie nutzen die Sprache Starlark. Eine Regel sieht so aus:

prefix_rule( pattern = [„gh“, „pr“, „view“], decision = „allow“, )

Erlaubte Entscheidungen sind allow, prompt und forbidden. Treffen mehrere Regeln zu, gewinnt die strengste.

Was kommt beim Umzug nicht sauber mit?

Der /import-Befehl deckt heute deutlich mehr ab als noch vor einem halben Jahr. Subagenten und Plugins wandern automatisch mit. Zwei Dinge bleiben trotzdem Handarbeit, ein drittes hängt von deinem Setup ab.

  • Eigene Skills: In meinen Läufen tauchten sie im Import nicht auf. Codex nutzt zwar dasselbe SKILL.md-Format, die Skills legst du in Codex aber neu an.
  • Claude-spezifische Syntax: Feste Aufrufe für Claude-eigene Tools oder Verweise auf Claude-Slash-Commands in deiner CLAUDE.md versteht Codex nicht. Diese Zeilen passt du von Hand an.
  • Hooks: Die Doku führt Hooks als Teil des Imports. Mein Setup hatte keine, das konnte ich nicht prüfen. Wenn du komplexe Hook-Ketten nutzt, rechne mit Nacharbeit, weil das Codex-Format von Claude Codes Hooks abweicht.
Faustregel: Anweisungen, die auf Claudes Verhalten zugeschnitten sind, funktionieren bei einem anderen Modell nicht automatisch gleich. Teste eine echte Aufgabe in beiden Tools parallel, bevor du CLAUDE.md komplett auf AGENTS.md umstellst.

Läuft Codex auch in der Cloud wie Claude Code Cloud?

Ja, das Gegenstück heißt codex cloud exec. Du schickst eine Aufgabe an eine Cloud-Umgebung. Der Agent arbeitet dort asynchron und liefert am Ende einen Diff zurück.

codex cloud exec –env DEINE_ENV_ID „implementiere die neue Einstellungsseite“

Zur Steuerung gibt es codex cloud status, codex cloud list, codex cloud diff und codex cloud apply. Mit --attempts 3 lässt Codex drei unabhängige Läufe für dasselbe Problem rechnen, bis zu vier sind möglich. Du übernimmst danach den besten. Ein echtes Live-Mitverfolgen wie bei Claude Code Cloud gibt es nicht. Das Feature ist eher für lange Aufgaben über Nacht gedacht. Und es braucht mindestens den ChatGPT-Plus-Plan für 20 US-Dollar. Der kostenlose Plan deckt nur lokale Läufe ab.

Wo bleibt Claude Code im Vorteil, wo Codex?

Ein Umzug ist keine Einbahnstraße zum besseren Tool. Beide Seiten haben klare Stärken, unabhängig davon, welches Modell gerade in den Benchmarks führt.

Claude Code stärker bei
  • Skills-Ökosystem, vor allem für Design- und DevOps-Aufgaben
  • Plan-Modus, seit Längerem etabliert und beim Analysieren großer Codebasen bewährt
  • Reiferes Agent SDK für eigene, auf Claude Code aufsetzende Agenten
Codex stärker bei
  • Offener AGENTS.md-Standard, den viele andere Tools ebenfalls lesen
  • Best-of-N-Läufe in der Cloud ohne eigene Orchestrierung
  • Getrennte Berechtigungs- und Sandbox-Einstellungen, granularer
  • Codex im kostenlosen ChatGPT-Plan für lokale Aufgaben enthalten

Und dein Chatverlauf bei claude.ai?

Der Umzug der Terminal-Konfiguration ist die eine Hälfte. Wer daneben auch bei claude.ai im Chat arbeitet, fragt sich, ob die Gespräche mitkommen. Kurze Antwort: Ein reiner Chat-Export bringt wenig. Einzelne Claude-Gespräche als JSON zu exportieren und woanders hochzuladen, hilft im Alltag kaum.

Anders sieht es beim Memory aus. Für den Weg von einem anderen KI-Tool zu Claude gibt es eine offizielle Seite, claude.com/import-memory. Sie liefert einen fertigen Prompt, den du in deinem alten Chat absendest, etwa bei ChatGPT oder Gemini, und übernimmt die Ausgabe in wenigen Minuten. In die andere Richtung, von Claude zu ChatGPT, gibt es keinen nativen Import. Dort hilft ein Kombinations-Prompt, der deinen Export mit den gespeicherten Erinnerungen zu einer Markdown-Datei verdichtet. Mehr dazu im direkten Vergleich von Claude und ChatGPT.

Musst du dich entscheiden, oder geht beides parallel?

Ein vollständiger Wechsel ist keine Voraussetzung. Claude Code und Codex schreiben in getrennte Ordner, ~/.claude/ und ~/.codex/. Sie stören sich nicht. CLAUDE.md und AGENTS.md können über die @-Importzeile nebeneinander im selben Projekt liegen.

Sinnvoll ist ein zwei- bis dreiwöchiger Parallelbetrieb, bevor du dich festlegst. Bearbeite dieselbe Aufgabe testweise in beiden Tools. Vergleiche Zeitaufwand, Ergebnisqualität und wie oft du nacharbeiten musst. Danach entscheidest du mit Daten statt aus dem Bauch. Wer tiefer in die Unterschiede einsteigen will, findet sie in unserem Vergleich Claude Code gegen Cursor und in der Claude Code Anleitung für Einsteiger. Einen Überblick über das gesamte Claude-Ökosystem gibt unsere Themenseite.

Welcher Umzugsweg passt zu deinem Fall?

Wähle deine Ausgangslage, die passende Kurz-Checkliste erscheint darunter.

  • Codex CLI installieren, mit ChatGPT-Konto anmelden
  • /import im Projektordner, Claude Code wählen
  • Umfang abhaken: Instruktionen, MCP-Server, Subagenten, Plugins, Chats
  • Zusammengeführte AGENTS.md gegen die 32-KiB-Grenze prüfen
  • Eigene Skills und Berechtigungen von Hand nachziehen
  • Berechtigungen in config.toml auf on-request plus workspace-write setzen
  • cp CLAUDE.md AGENTS.md im Projektordner
  • Claude-spezifische MCP-Syntax und Skill-Verweise entfernen
  • MCP-Server von Hand in [mcp_servers.*] eintragen
  • Eine echte Aufgabe in Codex gegentesten
  • AGENTS.md als Hauptdatei pflegen
  • CLAUDE.md auf eine @AGENTS.md-Zeile plus Claude-Ergänzungen kürzen
  • Optional project_doc_fallback_filenames = ["CLAUDE.md"] in Codex setzen
  • Beide Tools zwei bis drei Wochen parallel an echten Aufgaben vergleichen

Wie unterscheiden sich die Umzugswege im Überblick?

Die drei Wege von Claude Code zu Codex im Vergleich
WegAufwandWann sinnvoll
/import-BefehlSekunden für den Lauf, danach Handarbeit für Skills, Berechtigungen und Claude-SyntaxSetup mit mehreren MCP-Servern, Subagenten und viel Chat-Verlauf
Manuell cp CLAUDE.md AGENTS.md10 bis 20 Minuten pro ProjektKleines Projekt, nur eine Regeldatei, keine Lust auf Assistenten
Dauerhafte SynchronisierungEinmal 20 Minuten, danach wartungsarmDu willst beide Tools langfristig parallel nutzen

Fazit: Für wen lohnt der Wechsel zu Codex?

Der Wechsel von Claude Code zu Codex ist heute kein Bruch mehr. Der /import-Befehl nimmt dir das Neu-Eintragen der MCP-Server und den Chat-Verlauf ab. Die verbleibende Handarbeit betrifft eigene Skills, die Berechtigungsregeln und die Claude-spezifischen Zeilen in deiner CLAUDE.md.

Ob es sich lohnt, hängt weniger am Modell als an deinem Arbeitsstil. Für dich, wenn du ohnehin mehrere KI-Coding-Tools nutzt, den offenen AGENTS.md-Standard schätzt oder Best-of-N-Läufe in der Cloud brauchst. Eher bei Claude Code bleiben, wenn du stark auf ein großes eigenes Skill-Set setzt. Am risikoärmsten ist der zwei- bis dreiwöchige Parallelbetrieb. Beide Konten laufen weiter. Du vergleichst an echten Aufgaben und entscheidest danach.

Häufige Fragen zum Wechsel von Claude Code zu Codex

Brauche ich einen bezahlten ChatGPT-Plan für Codex?

Nein, nicht für den Einstieg. Die Codex CLI ist quelloffen und im kostenlosen ChatGPT-Plan für lokale Aufgaben enthalten, mit dem kleinsten Kontingent. Cloud-Funktionen wie codex cloud exec, GitHub-Code-Review und die Slack-Anbindung starten erst beim Plus-Plan für 20 US-Dollar.

Löscht der Import mein Claude-Code-Setup?

Nein. Der /import-Befehl kopiert. Er verschiebt nichts. Deine CLAUDE.md, deine Skills und deine Hooks bleiben unverändert. Du kannst beide Tools danach parallel nutzen.

Liest Codex meine CLAUDE.md direkt?

Standardmäßig nicht. Codex liest AGENTS.md, AGENTS.override.md und die globale ~/.codex/AGENTS.md. Du kannst CLAUDE.md aber als Fallback-Namen eintragen: project_doc_fallback_filenames = ["CLAUDE.md"] in der config.toml. Codex greift dann darauf zurück, wenn auf einer Ordnerebene keine AGENTS.md liegt.

Warum fehlen nach dem Import Regeln aus meiner AGENTS.md?

Vermutlich ist die 32-KiB-Grenze die Ursache. Codex hängt alle Instruktionsdateien aneinander und kappt den Block bei 32 KiB ohne Warnung. Erhöhe project_doc_max_bytes in der config.toml oder verteile die Anweisungen auf mehrere verschachtelte AGENTS.md-Dateien.

Migrieren meine Claude Skills automatisch zu Codex?

In meinem Test nicht. Codex nutzt zwar dasselbe SKILL.md-Format, und mein Prüf-Subagent kam beim /import mit, meine eigenen Skills aber nicht. Die legst du in Codex neu an. Skills mit Claude-spezifischer Mechanik im Text passt du dabei an.

Muss ich mein MCP-Server-Setup neu aufsetzen?

Nein. In meinem Test kamen alle sieben Server samt Zugangsdaten mit, in den Abschnitt [mcp_servers.*] der config.toml. Das Protokoll ist identisch zu Claude Code, nur der Konfigurationsort wechselt. Laut Dokumentation können Server mit besonderen Headern oder eigener Authentifizierung eine erneute Anmeldung brauchen.

Kann ich Claude Code und Codex im selben Projektordner nutzen?

Ja. Beide schreiben in getrennte Konfigurationsordner, ~/.claude/ und ~/.codex/. Über eine @AGENTS.md-Importzeile in der CLAUDE.md teilen sich beide dieselbe Regelbasis. Viele halten das während der Testphase mehrere Wochen parallel.

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