Jeden Morgen das Gleiche: Du öffnest Claude oder ChatGPT, schreibst 200 Wörter Kontext, bevor die eigentliche Aufgabe beginnt. Wer du bist. Was dein Blog macht. Wie du schreibst. Was du auf keinen Fall willst. Die KI antwortet, du korrigierst, erklärst erneut. Nächster Chat, wieder von vorne.
Das Problem ist kein schlechter Prompt. Die KI kennt dich schlicht nicht. Und sie vergisst alles, sobald das Fenster zu ist.
KI Kontext Dateien lösen das. Drei Markdown-Dateien, einmal geschrieben, überall einsetzbar. Drei Markdown-Dateien, einmal geschrieben, überall einsetzbar. Claude, ChatGPT, jeder KI-Agent liest sie automatisch vor jeder Aufgabe. Du erklärst dich nie wieder neu.
- Drei Dateien anlegen:
about-me.md,brand-voice.md,anti-ai-writing-style.md - Vorlagen aus diesem Artikel kopieren und ausfüllen
- Dateien in Claude Projects oder ChatGPT Projects hochladen
- Ersten Prompt schreiben: nur die Aufgabe, kein Kontext-Wortschwall
Inhaltsverzeichnis
Warum bringt man der KI am besten Schreibstil mit Dateien bei?
Ein Prompt lebt nur für einen Chat. Das ist sein größtes Problem. Du kannst der KI noch so präzise erklären, wie du schreibst, welche Phrasen du hasst, für wen dein Text ist. Beim nächsten Mal weiß sie es nicht mehr.
Kontext-Dateien funktionieren anders. Du legst sie einmal an, lädst sie in deinen KI-Arbeitsbereich hoch, und die KI liest sie automatisch vor jeder Aufgabe. Die Datei ist der Prompt. Für immer.
Das Format ist bewusst einfach: Markdown-Dateien, also Textdateien mit der Endung .md. Kein Word, kein PDF. Markdown wird von allen gängigen KI-Tools direkt verarbeitet, verbraucht wenig Tokens und bleibt auch für Menschen gut lesbar.
| Kriterium | Einmal-Prompt | Kontext-Datei |
|---|---|---|
| Gültig für | Einen Chat | Jede Session |
| Aufwand | Bei jeder Aufgabe neu | Einmal schreiben |
| Konsistenz | Variiert je nach Tagesform | Immer gleich |
| Übertragbar | Nur dieses Tool | Claude, ChatGPT, n8n, jeder Agent |
| Teamfähig | Nein | Ja, teilbar |
ChatGPT bietet mit den Custom Instructions eine ähnliche Idee, aber begrenzt auf ein Textfeld pro Konto. Wer der KI seinen Schreibstil dauerhaft beibringen will, stößt dort schnell an Grenzen: kein Dateiformat, kein Versionieren, keine Teamfähigkeit. Das Markdown-Dateisystem löst genau diese Einschränkungen. Es funktioniert mit ChatGPT Projects genauso wie mit Claude Projects oder jedem anderen Agenten, der Dateien als Kontext lesen kann.
Ich nutze dieses System seit einigen Monaten. Der spürbarste Unterschied: Ich überarbeite meine Ergebnisse deutlich weniger. Nicht weil die KI besser geworden ist, sondern weil sie weiß, was ich will, bevor ich den ersten Satz tippe.
Welche drei Kontext-Dateien braucht man?
Das Konzept basiert auf drei klar getrennten Dateien. Jede hat eine andere Aufgabe. Zusammen beantworten sie die vier Fragen, die eine KI braucht, um wirklich gute Ergebnisse zu liefern.
| Datei | Beantwortet | Inhalt |
|---|---|---|
about-me.md | Wer bin ich? Was will ich? | Beruf, Zielgruppe, Tätigkeiten, Ziele, Abgrenzungen |
brand-voice.md | Wie schreibe ich? | Ton, Rhythmus, Beispielsätze, Struktur-Regeln |
anti-ai-writing-style.md | Was schreibe ich nicht? | Verbotene Phrasen, KI-Floskeln, Satzstrukturen die weg müssen |
Wie schreibt man eine about-me.md?
Diese Datei erklärt der KI, wer du bist und was du tust. Kein Lebenslauf. Kontext für die Arbeit. Was ist dein Fachgebiet? Für wen schreibst oder arbeitest du? Was willst du erreichen?
Wichtig: Der Abschnitt „Was ich NICHT tue“ ist genauso wertvoll wie der Rest. KI neigt dazu, zu verallgemeinern. Je klarer du abgrenzt, desto gezielter die Ergebnisse.
Ein konkretes Beispiel: Wer „KI-Blog für Selbstständige“ schreibt, bekommt andere Texte als jemand, der ergänzt „keine reinen Technik-Tutorials, keine englischsprachigen Inhalte, keine Produkte zum Verkauf“. Diese Abgrenzungen verhindern generische Ausgaben.
Hier ist eine Vorlage, die du direkt kopieren und anpassen kannst:
Die KI interviewt dich: schneller zur fertigen Datei
Die Vorlage auszufüllen, ist zugegeben der langsamere Weg. Das eigentliche Problem: Wer soll seinen eigenen Stil beschreiben? Die Formulierungen, die du wählst, sind dir so vertraut, dass du sie gar nicht mehr bemerkst. Du tippst sie automatisch. Andere streichst du automatisch. Für eine bewusste Beschreibung fehlen oft die Worte.
Es geht auch anders. Du gibst der KI einen Startprompt und beantwortest dann die Fragen. Die KI stellt dir eine Frage nach der anderen, strukturiert deine Antworten und baut daraus die Datei. Das Ergebnis ist oft präziser als jede manuell ausgefüllte Vorlage, weil du antwortest statt beschreibst.
Die KI fragt dann zum Beispiel: Welche Wörter benutzt du, die andere in deiner Branche eher nicht benutzen? Wann klingt ein Text für dich zu formell? Gibt es eine Formulierung, die du immer wieder rausschmeißt? Du antwortest frei, ohne über Struktur nachzudenken. Wenn die KI genug gesammelt hat, schickst du den Abschluss-Prompt:
Dasselbe funktioniert für about-me.md und anti-ai-writing-style.md.
💡 Tipp: Wenn du deine Antworten einsprichst statt tippst, klingt das Ergebnis natürlicher. Was du sagst, wenn du nicht nachdenkst, ist echter als das, was du schreibst, wenn du dir Mühe gibst. Ein kostenloses Diktiertool auf dem Mac oder Windows reicht dafür aus.
Wie schreibt man eine brand-voice.md?
Diese Datei erklärt, wie du schreibst. Eine klare Vorgabe für die KI, kein ästhetisches Urteil über vergangene Texte. Ton, Rhythmus, feste Regeln, Beispielsätze aus deinen eigenen Texten.
Der entscheidende Teil sind die Beispielsätze. Zwei bis drei Sätze aus Texten, die du selbst geschrieben hast und die typisch für dich klingen, erklären mehr als zehn Beschreibungen. Die KI lernt aus Mustern, nicht aus Beschreibungen von Mustern.
Dein persönlicher Schreibstil ist das Ergebnis von Jahren des Schreibens. Kein Mensch kann ihn in einem Satz beschreiben. Die brand-voice.md nähert sich diesem Stil von zwei Seiten: Sie definiert, was du tust und was du nicht tust. Beides ist gleich wichtig, um die KI zuverlässig auf deinen Stil zu trainieren.
Der Satzrhythmus verdient eine eigene Zeile: Gleichmäßige Satzlänge ist das deutlichste KI-Erkennungsmerkmal. Kurze Sätze (drei bis sechs Wörter) und lange Sätze (15 bis 25 Wörter) abwechseln. Das klingt nach Mensch.
Wie schreibt man eine anti-ai-writing-style.md?
Das ist die wirkungsvollste der drei Dateien. Sie listet, was du nicht willst. Verbotene Phrasen, typische KI-Floskeln, Satzstrukturen, die sofort wie maschinell klingen.
Warum das wichtig ist: KI-Modelle greifen auf Millionen von Texten zurück, in denen diese Muster vorkommen. Ohne klare Verbote landen sie automatisch in deinen Texten. Wer regelmäßig KI-generierte Texte liest, kennt das Gefühl: Irgendwie klingt das immer gleich. Dieselben Phrasen, dieselben Satzbögen, egal welches Thema.
Die Datei wirkt auch als Korrekturtool. Wenn ein Absatz zu glatt klingt, kannst du schreiben: „Prüfe den Text gegen meine anti-ai-writing-style.md.“ Die KI sucht und streicht.
In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz zu nutzen. Es geht nicht darum, KI als Ersatz zu sehen, sondern als leistungsstarken Partner. Darüber hinaus bietet diese revolutionäre Technologie nahtlose Integrationsmöglichkeiten für Unternehmen aller Größen. Tauche ein in eine neue Ära der Produktivität.
Wer täglich mit KI arbeitet, merkt schnell: Das Tool ist so gut wie die Anleitung, die es bekommt. Ohne klare Vorgaben landet man bei generischen Texten. Mit drei Markdown-Dateien ändert sich das. Die KI weiß, wie du schreibst, für wen du schreibst und was du auf keinen Fall willst.
Fertige .md-Dateien zum Herunterladen. In einem Texteditor öffnen, Platzhalter durch deine Infos ersetzen, hochladen.
Wo bindet man die Kontext-Dateien ein?
Das ist das Praktische an diesem System: Die drei Dateien funktionieren mit jedem KI-Tool. Du schreibst sie einmal und kannst sie überall einsetzen.
| Tool | Methode | Persistenz |
|---|---|---|
| Claude Projects | Projekt anlegen, Dateien hochladen, Claude liest sie in jedem Chat dieses Projekts | Dauerhaft im Projekt |
| Claude Cowork | Dateien in den Cowork-Ordner legen, Desktop-App liest alles automatisch | Dauerhaft, lokal |
| ChatGPT Projects | Projekt anlegen, Dateien als Wissensquellen hochladen | Dauerhaft im Projekt |
| n8n / KI-Agenten | Dateiinhalt in den System-Prompt des KI-Nodes einfügen | Workflow-weit |
| Jede andere KI | Dateiinhalt in den System-Prompt kopieren oder als erste Nachricht schicken | Je Session |
Für Claude Projects und ChatGPT Projects ist das Setup in zwei Minuten erledigt. Projekt anlegen, Dateien hochladen, fertig. Alle folgenden Chats in diesem Projekt laufen automatisch mit dem hinterlegten Kontext.
Mehr zu Claude Projects findest du in der Claude Übersicht. Die Cowork-Methode mit lokalem Ordner erklärt der Claude Cowork Guide ausführlich.
Wie sieht ein Prompt mit Kontext-Dateien aus?
Das ist der sichtbarste Unterschied im Alltag. Ohne Dateien erklärt man sich jedes Mal neu. Mit Dateien schreibt man nur noch die eigentliche Aufgabe.
Schreibe einen Artikel-Intro über n8n für Einsteiger. Meine Leser sind Selbstständige ohne Entwickler-Hintergrund. Erkläre alles einfach. Keine Anglizismen ohne Erklärung. Du-Ansprache. Kurze Absätze. Kein Fachjargon. Kein überschwänglicher Ton. Keine Aufzählung am Anfang. Starte mit dem Problem, nicht mit einer Frage. Klingt wie ein Mensch, nicht wie KI…
~180 Wörter Kontext, bevor die Aufgabe beginnt
Schreibe einen Artikel-Intro über n8n für Einsteiger.
9 Wörter. Die Dateien tragen den Rest.
Das ist keine Vereinfachung. Die Dateien enthalten alles, was du sonst in den Prompt schreibst. Die KI liest sie vor jeder Antwort. Dein Kontext ist immer da, du tippst ihn nur nicht mehr.
Ein weiterer Vorteil: Wenn das Ergebnis nicht passt, weißt du wo das Problem liegt. Entweder die Aufgabe war unklar, oder eine Datei braucht eine Ergänzung. Kein Rätselraten mehr.
KI auf den eigenen Schreibstil trainieren: So funktioniert das iterative System
Die drei Dateien müssen nicht perfekt sein, bevor du anfängst. Ein erster Entwurf in 20 Minuten bringt mehr als eine perfekte Datei, die nie fertig wird.
Der eigentliche Prozess, die KI auf den persönlichen Schreibstil zu trainieren, läuft iterativ ab. Dateien anlegen, in echten Aufgaben nutzen, Fehler bemerken, Datei aktualisieren. Nicht der Prompt wird besser, sondern die Wissensbasis hinter ihm.
- Erste Version in 20 Minuten: Vorlage kopieren, wichtigste Felder ausfüllen. Eigenen Ton in drei Sätzen beschreiben, fünf verbotene Phrasen eintragen. Fertig für den ersten Einsatz.
- Eine Woche produktiv arbeiten: Die Dateien für echte Aufgaben nutzen. Beobachten, was die KI falsch einschätzt oder was im Text immer noch falsch klingt.
- Fehler direkt in die Datei schreiben: Wenn die KI dreimal denselben Stil-Fehler macht, eine Zeile in brand-voice.md ergänzen. Kein langer Prompt-Kommentar, eine Zeile reicht.
- Nach vier Wochen: Die Dateien spiegeln deinen Schreibstil präziser als du ihn selbst beschreiben könntest. Das System wird mit jeder Aufgabe besser, ohne dass du aktiv daran arbeitest.
Das ist der entscheidende Unterschied zum klassischen Prompt-Ansatz. Einen Prompt-Kommentar schreibst du, er wird verwendet, dann ist er weg. Eine Ergänzung in der brand-voice.md gilt ab sofort und für immer, für jede weitere Aufgabe in diesem Projekt. Der Schreibstil der KI wird über Zeit konsistenter, weil das Fundament wächst.
Genauso funktioniert es mit dem Kontext in der about-me.md. Wenn sich deine Zielgruppe ändert, du ein neues Thema erschließt oder deine Ziele für das nächste Jahr andere sind, aktualisierst du eine Datei. Alle folgenden KI-Aufgaben laufen automatisch mit dem neuen Kontext.
Der erste Schritt dauert 20 Minuten.
Leg jetzt eine neue Textdatei an. Nenn sie about-me.md. Kopiere die Vorlage aus diesem Artikel, fülle die Abschnitte aus. Das ist alles, was du heute brauchst.
Lade die Datei in dein Claude-Projekt oder dein ChatGPT-Projekt hoch. Schreib dann deinen nächsten Prompt wie gewohnt, aber ohne Kontext-Wortschwall. Schau, was sich ändert.
Wenn du tiefer einsteigen willst: Claude Memory ergänzt Kontext-Dateien um automatisch gespeicherte Informationen aus deinen Chats.
Häufige Fragen zu KI Kontext-Dateien
Was ist eine .md-Datei und muss ich coden können?
Eine Markdown-Datei ist eine einfache Textdatei mit der Endung .md. Du brauchst dafür kein Programmierwissen. Öffne einen Texteditor (auf dem Mac TextEdit, auf Windows Notepad oder Notepad++), schreibe deinen Text, speichere ihn als .md-Datei. Fertig. Markdown nutzt nur wenige Sonderzeichen: # für Überschriften, – für Listen. Alles andere ist normaler Text.
Funktioniert das auch mit ChatGPT Free?
Mit ChatGPT Free kannst du Dateien hochladen (das gilt seit dem GPT-4o-Rollout auch für kostenlose Konten). Du hast dort aber keinen Zugang zu Projects, wo Dateien dauerhaft hinterlegt werden. Lösung: Füge den Inhalt der Dateien am Anfang jedes Chats als erste Nachricht ein. Das ist weniger komfortabel, funktioniert aber genauso gut.
Wie oft muss man die Dateien aktualisieren?
Immer dann, wenn du merkst, dass die KI etwas falsch einschätzt. Nicht nach einem Zeitplan. Wenn du dreimal hintereinander die gleiche Korrektur machst („Nein, ich schreibe keine H2-Fragen“), ergänze das in der brand-voice.md. Eine Zeile reicht. Inhaltliche Ziele (neues Thema, neue Zielgruppe) aktualisierst du in der about-me.md, wenn sie sich ändern.
Kann man die Dateien mit dem Team teilen?
Ja, und das ist einer der größten Vorteile für Teams. Die brand-voice.md sorgt dafür, dass alle Teammitglieder mit KI in derselben Markenstimme schreiben, ohne dass jeder neu lernen muss, wie das Unternehmen klingt. Teile die Dateien einfach per Link oder lege sie in ein gemeinsames Claude-Projekt.
Wie trainiert man KI auf Schreibstil, wenn man noch keine eigenen Texte hat?
Beschreibe den Stil, den du anstrebst, statt Beispielsätze einzufügen. Nenne drei bis fünf Blogs oder Autoren, deren Ton dir gefällt, und erkläre konkret, warum. Ergänze, was du ausdrücklich nicht willst. Mit der Zeit kannst du die Beispielsätze durch eigene ersetzen. Das System funktioniert auch mit beschreibenden Angaben, wird aber präziser, je mehr echte Beispiele du hineingibst.
Wie bringe ich ChatGPT meinen Schreibstil bei? ▾
Erstelle eine brand-voice.md mit deinem Ton, Satzrhythmus und konkreten Beispielsätzen aus eigenen Texten. Lade die Datei in ein ChatGPT-Projekt als Wissensdatei hoch. Ab diesem Moment liest ChatGPT deinen Schreibstil vor jeder Aufgabe, ohne dass du ihn erneut erklären musst. Ergänze eine anti-ai-writing-style.md, damit ChatGPT nicht in typische KI-Phrasen zurückfällt. Die Kombination aus positiver Definition (brand-voice.md) und negativer Liste (anti-ai-writing-style.md) liefert die konsistentesten Ergebnisse.
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